Donnerstag, 11. Dezember 2014

Persönlich und nicht so erfreulich

Ich weiss, viele würden das anders handhaben, aber ich bin ja ohnehin nicht wie viele…
Deshalb hier – für Alle die es interessiert – eine kurze Erklärung was derzeit los ist und was in näherer Zukunft zu erwarten ist – dann kann keiner sagen er wäre nicht gewarnt worden ;)

Wie manchem bekannt, hatte ich vergangenen Montag die Freude meinen Wurmfortsatz am Blinddarm entfernen zu lassen. Das ging ziemlich flott, ich kämpfe noch etwas mit den Nachwirkungen, aber grundsätzlich ist das Alles gut gegangen – Routine halt.
Was nicht so Routine war, war die Unregelmäßigkeit die in meinem EKG auftauchte. Bisher hatte ich EKG  erst ein Mal, als ich 2006 meine Hand operiert bekommen habe und da gab es keine Auffälligkeiten. Dieses Mal aber zeigte das EKG das nach jeder Systole noch ein extra Ausschlag nach oben zu sehen ist. Bigeminus heisst das, erklärte die niedliche Medizinstudentin im Praxisjahr mir. Und nicht allzu oft anzutreffen – na wenigstens einer war begeistert. Wer mehr wissen will – hier wird weitergeholfen http://de.wikipedia.org/wiki/Bigeminus

Fakt ist – ich hatte eine Herzrhythmusstörung – nicht unbedingt das, was ich mir so wünsche. Nun gut, ich war ohnehin im Krankenhaus, da konnte ich auch 24h EKG machen – was die Bigeminusgeschichte bestätigte – schön regelmäßig nach jedem Schlag kommt ein zweiter – muss ja seine Ordnung haben. Tja, die Ergebnisse gefielen den Chefkardiologen nicht denn „das ist für einen Menschen in dem Alter kein gutes Zeichen“ – also durfte ich mir noch den Spaß eines Herzultraschalls geben. Und dann wurde es richtig nett – nicht genug dass der Doppelschlag da war – nein, ich habe auch eine vergrößerte Herzkammer, eine Leistung von nur noch 60% und zum krönenden Abschluss zwei nicht mehr richtig funktionierende Herzklappen. Eine wohl so dass man es noch unter Beobachtung halten könnte, die andere schon auf Grad 3 von 4 – also nicht mehr ignorierbar. Noch kompensiert das mein Herz, aber irgendwann kann es das nicht mehr und wird ganz kollabieren – ein nicht allzu erstrebenswerter Umstand. Also – face the fact – ich brauche zwei neue Herzklappen.

Traumhaftes Ergebnis für jemand mit 31, der Sport macht und dabei nicht die kleinste Beschwerde hat. In  Folge dessen habe ich Ende Januar einen Herz MRT Termin und im Februar ein Belastungs-EKG und dann wird genau entschieden was wann gemacht wird. Bis dahin nehme ich Betablocker und darf mir möglichst keine Sorgen machen…

Fakt ist – das geht nicht. Ich bin vielleicht ein Sonnenschein, aber auch mich erdet so eine Diagnose mehr als gründlich. Davon abgesehen das ich derzeit nichts planen kann – keinen Familienurlaub, kein Con-Besuch, und so weiter kommt die Erkenntnis das ich im nächsten halben Jahr eine Operation am Herzen haben werde nicht so gut an. Und auch ich kann so Gedanken wie „Ich würde mein Kind gern aufwachsen sehen“ oder „Wer weiß ob das mein letztes Weihnachten ist“ nicht ausschalten – sie kommen einfach. Und ich habe eine Scheißangst.

Ja ich weiß, die Technik ist sehr weit heute, ich kann froh sein das es früh gefunden wurde, es könnte viel schlimmer sein, mit 31 ist die Chance das es gut geht viel höher als mit 70 etc pp. Das ist mir auch Alles bewusst, aber dennoch steht mir ein Eingriff bevor, bei dem eine Zeitlang eine Maschine die Arbeit meiner Lungen und meines Herzens übernimmt und das ist einfach nur beängstigend.

Warum ich euch das Alles so breit erzähle? Das hat mehrere Gründe. Zum Einen weiß ich das stille Post selten gut funktioniert – ich kenn den Schwager, der Freundin der Kollegin… Ihr wisst was ich meine. Da schreib ich lieber selber was Phase ist und gut. Zweitens beeinflusst der ganze Schlamassel samt Medikamenten natürlich schon mein Leben – ich merke dass ich derzeit wegen jedem Mist traurig werde und auch sehr sehr nah am Wasser gebaut bin. Die Betablocker drücken meinen Puls in Regionen jenseits von Gut und Böse und schnell mal früh aus dem Bett hopsen ist eher nicht drin. Keine Ahnung wie sich das auf Arbeit etc auswirken wird – aber so wisst ihr wenigstens Bescheid wenn ich mal übertrieben sensibel auf etwas reagiere oder unkonzentriert bin. Und Drittens ist es natürlich besser, wenn möglichst mein ganzes Umfeld Bescheid weiß – sollte ich doch Mal umkippen oder was auch immer. Kein Notarzt wird bei einer 31 jährigen Frau zu aller erst an Herzprobleme denken und manchmal kommt es ja auf Minuten an. Wenn so zumindest irgendeiner im Kopf hat „Ja, die Maria hat was mit dem Herz und nimmt auch so Medikamente“, dann ist das auf jeden Fall nicht kontraproduktiv.

Irgendwie wird das schon Alles werden, aber alleine schon das Warten auf den MRT Termin macht mich kirre. So, und nun wisst ihr wenigstens Bescheid und ich muss es auch nicht noch 30 Mal einzeln erklären, das strapaziert auf Dauer auch.