Montag, 24. März 2014

WIP - Dís - Queen of the Ered Luin - Teil 3 Schulterpanzer /Worbla-Tutorial

Die Schulterpanzer...
darauf hatte ich mich sehr gefreut. So ein bisschen Panzer macht es doch gleich militärischer ;)
Es war eigentlich von Anfang an klar, dass ich dafür Worbla nehme.
Das hatte ich von meinem anderen Kostüm noch da und es ist für solche Sachen grandios. Ich bin zwar nicht gerade begabt was großflächige Körperpanzer damit angeht, aber für kleine Teile reicht es aus.

Wem das nichts sagt - Worbla ist ein Thermoplast aus Kunststoff mit (ich glaube) Holzspänen drin. Es lässt sich mit der Heißluftpistole erhitzen und dann formen und wird dann wieder fest. Es ist wie Knete wenn es heiß ist und so kann man auch kleine Reste verarbeiten. Mit Holzleim grundiert gibt es eine glatte Fläche, die man bemalen/lackieren kann. Ohne hat es eine raue Oberfläche - was auch seinen Charme hat, aber dazu später.

Wer mehr zu Worbla wissen will dem kann ich nur Kamui Cosplay empfehlen. Sie hat einen sehr comicartigen Stil, der super aussieht und viele Tipps, Tutorials und Videos auf ihrer Seite plus 2 Bücher zum Rüstungs- und Waffenbau bzw. Bemalung der Teile geschrieben.


Die Vorlage deutet ein Muster auf den Platten an, zeigt aber nichts genaues.
Ich habe mich für  Yggdrasil, die Weltenesche entschieden. Tolkiens Zwerge (z.B. die Namen) und die Mythologie Mittelerdes allgemein lehnen sich ja sehr an nordische Mythologie an und so fand ich es passend. Und hübsch, ich geb's ja zu.


Tja, nun stand ich vor dem Problem - wie bekomme ich mein doch recht detailiertes Muster auf den - hier schon vorgeformten - Schulterpanzer? So richtig dolle Ideen hatte ich im Netz nicht gefunden und dann kam mir selbst eine - weshalb ich mir diese kleine Bildanleitung/neudeutsch: Tutorial erlaube.
Beim Cerseikleid hatte ich Lavendeldruck zur Übertragung des Laserdruckmotivs genutzt.
Warum sollte das hier nicht auch funktionieren? Gedacht, gemacht, ich habs einfach probiert.

Es funktioniert sicherlich nicht auf stark gewölbten Formen - das Worbla verformt sich dann natürlich unter Hitze. Aber wenn man nur leichte Rundungen hinterher hinbekommen will wie in meinem Fall, klappt es super.

Also los gehts:

Man braucht sein Motiv als Laserdruck - Tintenstrahl geht nicht!

Worbla auf dem Motiv positionieren, ich habe die glatte Seite dem Motiv zugewandt.
Man erkennt, dass man es nur leicht  durchscheinen sieht.
  

Umdrehen und dabei nicht verwackeln!


Bügeleisen auf heiß und munter drauf los gebügelt. 
Vorsicht - nicht mit dem heißen Eisen direkt ans Worbla kommen, das klebt! 
Ich habe ein anti-haft-beschichtetes Brett, da geht es ab, notfalls eine nicht klebende Unterlage wählen. 
Das Worbla muss überall schön warm sein und gut am Papier kleben.



Ist der Schritt erledigt, sieht man durch das warme Worbla das Motiv wesentlich besser. 
Abkühlen lassen oder gleich Formen - wie ihr wollt.


 Nach dem Abkühlen soviel Papier abreissen, fummeln etc, wie freiwillig geht.



Rest vom Papier unter kaltem Wasser einweichen - so lang bis Alles gut durchtränkt ist.




Zärtlich rubbeln 




Tada - nicht 100% perfekt weil ich an der linken Ecke nicht gut genug gebügelt hatte, aber gut genug um als Vorlage zu dienen.


Ich habe dann meine Platten geformt, es geht aber auch immer noch hinterher.

Bemalt sind diese mit einem Pearlmaker - es geht aber auch Plusterfarbe oder jede andere strukturgebende Bastelfarbe - der Fantasie oder dem Resteschränkchen sind keine Grenzen gesetzt.






Nach dem Trocknen des Motivs habe ich die Platten 2 Mal mit Holzleim grundiert. Einfach großzügig drauf und dann trocknen lassen. 
Meine Oberfläche ist nicht komplett glatt, aber ich wollte den  "used" Look so haben - für spiegelglatte Oberflächen lieber 5-8 Mal Holzleimen/grundieren.





Nach dem Trocknen habe ich meine Platten noch mit schwarzer Acrylfarbe grundiert, allerdings vergessen ein Foto zu machen. 
Anschließend hat goldener Sprühlack für Glanz in der Hütte gesorgt.
Nur um dann mit trocken aufgetragenem und anschließend wieder abgewischtem schwarzen Acryl gealtert zu werden. 

Hier der Unterschied zwischen gealtert/patiniert links und noch neu/glänzend rechts.




Tja - und das war es auch schon - ein Mal Glanzlack zur Versiegelung drauf und fertig.